CBD – das andere Cannabinoid

Was ist eigentlich CBD und wie wirkt es?

Der folgende Text dient ausschließlich zu Informationszwecken. Wir empfehlen grundsätzlich jede medizinische Anwendung von CBD mit entsprechenden FachärztInnen abzuklären.

CBD bzw. Cannabidiol ist ein Bestandteil der Cannabisblüte und gehört zu den sogenannten 'Cannabinoiden' von denen inzwischen über 500 verschiedene bekannt sind. CBD ist – neben THC – das bekannteste Cannabinoid, unterscheidet sich in seiner Wirkungsweise allerdings grundlegend von diesem. Während THC vor allem bezüglich seiner berauschenden – psychoaktiven – Wirkung von KonsumentInnen bekannt ist, wirkt CBD nicht psychoaktiv, sondern wird vor allem medizinisch genutzt. So gibt es inzwischen zahlreiche Studien zu CBD, die folgende Hauptanwendungsgebiete nahelegen:

CBD
  • Schmerzen

    CBD wirkt entzündungshemmend, weswegen es bei der Schmerzensbekämpfung erfolgreich angewandt werden kann. So sind chronische Schmerzen oft das Resultat von Entzündungen, hier kann Cannabidiol hilfreich sein. Auch bei Migräne kann CBD für Betroffene interessant sein.

  • Entzündungen

    Die entzündungshemmende Wirkung kann – zusätzlich zur Schmerzbehandlung – auch bei Autoimmunerkrankungen genutzt werden. So gibt es Studien, die einen positiven Einfluss von CBD auf multiple Sklerose, Pankreatitis und Myokarditis darlegen können.

  • Angst- und Stressgefühle

    Eine angstlösende Wirkung von CBD konnte inzwischen bereits in mehreren Studien nachgewiesen werden, insbesondere in Begleitung mit einer Psychotherapie können die angstlösenden Effekte besonders gut genutzt werden, daneben wirkt eine kleine Dosis aber auch in akuten Stresssituationen entspannend.

  • Übelkeit

    vorwiegend in der Krebstherapie wird die übelkeitssenkende Wirkung von CBD geschätzt.

  • Schlafprobleme

    Cannabidiol erhöht die Gesamtschlafzeit und fördert ebenso ein effektiveres und schnelleres Einschlafen.

  • Krebs

    Obwohl hierfür bis jetzt nur klinische Tierstudien vorliegen, gibt es Hinweise darauf, dass CBD Krebszellen zersetzen kann. Dadurch kann es in der Krebstherapie einen nützlichen Zusatzwirkstoff darstellen, der positiven Einfluss auf den Genesungsprozess nehmen kann.

  • Epilepsie

    Insbesondere bei genetisch bedingten Epilepsieformen – wie dem Dravet-Syndrom, dem Lennox-Gastaut-Syndrom und dem Angelman-Syndrom – weist CBD gute antiepileptische Eigenschaften auf und ist für einige Betroffene die beste medizinische Wahl gegen ihre Symptome.

  • Hautkrankheiten

    Erste Studien legen nahe, dass CBD bei entzündlichen Hauterkrankungen als Therapeutika eingesetzt werden kann. Dementsprechend kann CBD bei Akne eingesetzt werden. Eine weitere mögliche Anwendung ist bei Neurodermitis und Hautpilz denkbar.

Zukunftspotential

Da die Forschung zu CBD erst in den Anfangsschuhen steckt, ist nicht ausgeschlossen, dass in den nächsten Jahren noch weitere Anwendungsfelder entdeckt werden: So gibt es bereits erste Studien, die insbesondere bei Gehirn- und Nervenkrankheiten starke positive Effekte von CBD nahelegen. Hier ist auch die Anwendung gegen Alzheimer und Parkinson zu nennen. Daneben gibt es aber auch potenzielle Anwendungsmöglichkeiten bei psychischen Erkrankungen. Vor allem bei Schizophrenie und Depressionen gibt es Hinweise auf einen positiven Einfluss von Cannabidiol.

Für seriöse medizinische Anwendung fehlt hier noch entsprechendes wissenschaftliches Datenmaterial, nichtsdestoweniger lässt sich der Schluss ziehen, dass in CBD noch zusätzliches unentdecktes Potential schlummert und die wissenschaftlich-medizinische Auseinandersetzung noch keineswegs abgeschlossen ist, sondern – im Gegenteil – erst am Anfang steht.

Besonders interessant wird auch die Erforschung weiterer Cannabinoide in naher Zukunft sein. So möchten wir an dieser Stelle auf zwei weitere vielversprechende Cannabinoide verweisen, deren medizinische Erforschung gerade erst in den Kinderschuhen steckt:

Risiken?

Grundsätzlich ist CBD weder toxisch noch nimmt es Einfluss auf die psychomotorischen oder psychologischen Funktionen des Körpers. Eine Wechselwirkung mit Medikamenten, insbesondere solchen die über die Leber abgebaut werden, ist jedoch möglich, weswegen man immer mit einem Arzt in Kontakt stehen sollte.



CBD
Cannabichromen - CBC

+ Cannabichromen – CBC: Im Tierversuch wurden entzündungshemmende, schmerzlindernde, antidepressive und antibiotische Wirkungen beobachtet.

Cannabigerol CBG

+ Cannabigerol – CBG: Auch hier wurden schmerzlindernde, antidepressive und krebshemmende Eigenschaften beobachtet, medizinisch scheint insbesondere die Anwendung bei Blasenschmerzen und Prostatakrebs erfolgsversprechend zu sein.

Diese beiden Cannabinoide zeigen: CBD ist erst der Anfang, und nicht das Ende der medizinischen Nutzung von Marihuana. Bis wir das gesamte medizinische Potential der Hanfpflanze entdeckt haben werden, ist noch ein langer Weg zu gehen. Da immer mehr Menschen das medizinische Potential erkennen, sind wir ebenso davon überzeugt, dass es hier in den nächsten Jahren und Jahrzehnten immense Fortschritte in Forschung und Wissenschaft geben wird.

Für tiefergehende Lektüre können wir die folgenden Bücher besonders empfehlen:

  • Franjo Grotenhermen/Markus Berger/Kathrin Gebhardt (2016): Cannabidiol – CBD – Ein cannabishaltiges Kompendium; Nachtschatten-Verlag
  • Franjo Grotenhermen (2017): Cannabis gegen Krebs. Der Stand der Wissenschaft und praktische Folgerungen für die Therapie; Nachtschatten-Verlag
  • Franjo Grotenhermen (2015): Hanf als Medizin. Ein praxisorientierter Ratgeber; Nachtschatten-Verlag
  • Aaron B. Hammond: CBD oder Cannabidiol. CBD & Cannabis als Medizin: Ein wesentlicher Leitfaden zu Cannabinoiden und medizinischem Marihuana.
  • Unsere Informationsbroschüre zu CBD

Daneben können wir folgende Internetseiten nahelegen: