Nutzhanfanbau in Österreich

Am von Hubert Hausmann

Nutzhanfanbau in Österreich

Der landwirtschaftliche Anbau von Hanf hat seit seiner Wiedergeburt Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts kontinuierlich zugenommen. Trotzdem liegt die Produktion in Europa weit hinter der Nachfrage zurück. Dank seiner überlegenen Eigenschaften konnte Hanf in vielen Bereichen der Wirtschaft Fuß fassen. Er eignet sich zum Hausbau genauso gut, wie als Basis für Farben und Lacke. Längst sind nicht alle möglichen Anwendungen auch in die Praxis übertragen und doch kann schon heute ein Sortiment unterschiedlichster Artikel aus Hanf oder unter zu Hilfenahme von Hanf hergestellt werden.

In Österreich steigerte sich der Hanfanbau in den letzten Jahren auch wieder. Insgesamt bauten im Jahr 2007 107 Landwirte Hanf in Österreich an. Nach Informationen der Landwirtschaftskammer erhöhte sich die Fläche des angebauten Hanfs um mehr als 100 Hektar in den letzten Jahren:

Nutzhanf oder Industriehanf umfasst alle Sorten des Hanf (Gattung Cannabis), die zur kommerziellen Nutzung angebaut werden – abseits von seiner Verwendung als Rauschmittel oder Arzneimittel. Dabei handelt es sich vor allem um Sorten der Hanfart Cannabis Sativa und dessen Kulturform Cannabis sativa var. sativa

Nutzhanf wird vor allem zur Gewinnung von Hanffasern angebaut. Weitere genutzte Produkte sind Hanfschäben, Hanfsamen (zur Gewinnung von Hanföl)und Hanfblüten und -blätter (zur Herstellung von ätherischem Hanföl). Neue Kaltpressverfahren ermöglichen es inzwischen, den Hanfsaft aus dem oberen Teil der Pflanze ebenfalls als Nahrungsmittel zu gewinnen. So kann dieser hochwertige Pflanzenbestandteil zur Ernährung verwendet werden, anstatt wie bisher auf dem Feld zu verrotten.

Insgesamt stehen 52 von der EU zertifizierte Hanfsorten für den Nutzanbau zur Verfügung. Diese für die Faser- und Samennutzung angebauten Sorten besitzen im Gegensatz zu jenen, die als Rauschmittelund medizinisch genutzt werden, einen sehr hohen Faseranteil von 30 bis 40 %. Sie enthalten auch nur einen sehr geringen Anteil von weniger als 0,2 % Tetrahydracannabidiol (THC) und sind daher nicht zur Erzeugung von Haschisch und Marihuana geeignet.

Liste aller 52 EU-Nutzhanfsorten  https://www.ama.at/getattachment/b630278c-28c5-4d79-8f0f-e0246e475434/Hanfsortenliste_2017.pdf

Nutzhanfanbau in Österreich ist erst seit dem EU-Beitritt 1995 wieder erlaubt.

Die Vorteile vom Hanfanbau liegen klar auf der Hand

 -Kein Einsatz von Pestiziden und Düngemittel
 -Hervoragende Vorfrucht und Zwischenfrucht
 -Keine hohen Ansprüche an den Boden
 -Verbesserung der Bodenqualität

 ANBAU

Von April - Mitte Mai wird Hanf mit einer Saattiefe von 3 cm gesät. Die Aussaatmenge und die Bestandesdichte hängen vom Anbauverfahren (Drillsaat oder Einzelkornsaat) und der späteren Nutzung des Bestandes ab. Für die Samennutzung reichen 8 - 15 kg/ha aus, für die Fasernutzung werden 20 - 30 kg/ha (oft auch mehr) angebaut. Die Bestandesdichte soll für die Fasernutzung (wenige Verzweigungen erwünscht) höher sein als für die Samennutzung.

 

Ziel des Anbaus und der Ernte ist die Erzeugung von Qualitätshanfstroh. Es muss aus dünnen, gleichmäßig blonden bis mittelbraun gefärbten Stängeln bestehen und möglichst trocken sein, um eine reibungslose Produktion hochwertiger Fasern und Schäben zu gewährleisten. 

BODENBEARBEITUNG

Bodenverdichtungen sollten vermieden bzw. behoben werden, um Staunässe und Kümmerwuchs vorzubeugen. Vor allem bei schweren Böden sollte das Saatbett nicht zu feinkrümelig vorbereiten, da dies bei starken Regenfällen zu Oberflächenverschlämmung und Staunässe führt. Auf Sauerstoffmangel im Boden reagiert der Hanf sehr empfindlich. Die Folge ist ein ungleichmäßiger Auflauf und Kümmerwuchs. Es sollte daher auf Standorte mit hohem Tonanteil verzichtet werden.


AUSSAAT


Die Aussaatmenge von 45 kg/ha Saatgut ergibt einen für Faserhanf günstigen Bestand von ca. 250 Pflanzen/m2. Erstrebenswert ist ein Stängeldurchmesser mit durchschnittlich 14 mm. Eine Stängeldicke von bis zu maximal 20 mm sollte höchstens in 15 % des Bestands auftreten. Die Aussaat erfolgt mit der Drillmaschine 3 - 4 cm tief. Günstiger Zeitpunkt ist, je nach Wetterlage und Landstrich, Ende April, vor der Maisaussaat.

Der Boden sollte dabei möglichst trocken und warm sein, bei schwererem Boden sollte die Aussaat etwas später erfolgen. Ausschlaggebend für eine erfolgreiche Aussaat sind die Startbedingungen, ausgewogene Nährstoffversorgung, gute Wasserführung des Bodens und Witterungsverhältnisse in der Hauptwachstumszeit; bei wärmerem Boden schnelleres und gleichmäßigeres Auflaufen, bessere Unkrautunterdrückung, weniger Schneckenprobleme. Nach der Aussaat ist das Walzen am besten geeignet. (besserer Aufgang).

DÜNGUNG 

Übertriebene Düngung in mineralischer oder organischer Form führt nicht zu Ertragssteigerungen sondern zu mastigen, windanfälligen Beständen, die bei der Ernte Probleme bereiten und ein minderwertiges Stroh ergeben.
Auf leichten Böden ist die Düngung in zwei Gaben sinnvoll, die zweite Gabe bei 25 - 40 cm Bestandshöhe. Keine undosierte Düngung, keine Flüssigdünger, z.B. Ammoniumsulfat.

 Sortenempfehlung standort- oder ernteabhängig:
- USO 31
- Fedora 17
- Felina 32
- Santhica
- Chamäleon
- Bialobrzeskie

Pflegemaßnahmen

Es sollte auf Herbizide verzichtet werden, da Unkraut durch schnelles Auflaufen und ebenso schnellen Bestandsschluss unterdrückt wird. Auf den Einsatz von Fungiziden und Insektiziden kann ebenfalls verzichtet werden.


Schnecken 
Nacktschnecken sind die derzeit einzig bekannten Schädlinge und müssen beim ersten Auftreten auf Anhieb bekämpft werden!

Fruchtfolge 
Keine Einschränkungen, da der Hanf als Tiefwurzler einen hohen Vorfruchtwert hat und so das Feld nach der Ernte unkrautfrei ist.

Erntezeitpunkt 
Wird meistens vom Erstverarbeiter bestimmt.

Mähen 
Das Mähen erfolgt in der Regel durch den Hanfernter. Dabei wird das Stroh auf ca. 40 cm - 60 cm eingekürzt, was den weiteren Ernteablauf wesentlich vereinfacht und Voraussetzung für die Aufbereitung ist.

Feldröste 
Nach dem Mähen muss der gemähte Hanf unter gelegentlicher Wiederbefeuchtung (Tau und Regen) getrocknet werden. UV-Licht und Mikroorganismen zersetzen die pflanzeneigenen Bindemittel und die Stängel nehmen eine beige bis mittelbraune Grundfarbe an. Dabei auftretende leichte bis starke Pilzflecken mindern die Qualität nicht. Auch mehrere Regentage sind nicht von Bedeutung, denn erst durch die Röste wird das Hanfstroh mürbe und die optimale Trennung der Fasern von den Schäben überhaupt erst möglich. Mehrmaliges Wenden (ein- bis zweimal) ist erforderlich. Die Röste kann, je nach Witterung, zwei bis vier Wochen dauern. Das Hanfstroh soll noch intakte Stängel aufweisen und nicht überröstet sein.

Pressen und Lagern 
Wenn das Stroh ausreichend geröstet ist, d.h. maximal noch ein Grünanteil von 10 % vorhanden ist, kann das trockene Hanfstrohgepresst werden. Um Schimmelbildung und Fäulnis bei der Lagerung zu vermeiden, sollte das gepresste Stroh maximal eine durchschnittliche Feuchte von 16 % aufweisen. Wichtig ist, dass das Hanfstroh trocken gelagert wird. Ebenfalls muss eine trockene Anlieferung, am besten in einem geschlossenen Fahrzeug oder mit ausreichender Planenabdeckung (es darf kein Spritzwasser an das Stroh gelangen) gewährleistet sein.

Die Aussaat des Hanfs-Samen sollte in den Monaten April oder Mai stattfinden. Dieser Samen keimt in der Regel nach 2-7 Tagen. Am besten keimen die Samen in einem Teller zwischen 4-6 Geschirrtüchern, die unbedingt feucht sein müssen. Durch die Tücher wird genügend Wasser gespeichert. Als Platz für die Pflanze sollte ein möglichst heller Ort gewählt werden.

Nachdem der Samen gekeimt ist, sollte dieser in einen möglichst nahrhaften Boden gesetzt werden, wo sich die Pflanze bis zu den ersten Blättern entwickeln kann. Erdraupen und Schnecken können in diesem Stadium die größten Schäden anrichten. Als Gegenmaßnahme können Gegenmittel verwendet werden, die auch bei anderen Pflanzen Anwendung finden. Nachdem die ersten Blätter ersichtlich sind, wird die Pflanze samt Nährboden in einen Topf umgesetzt. Bei der Verwendung von Düngemitteln soll darauf geachtet werden, dass die Pflanze nicht zuviel abbekommt.
Nach dem zweiten Monat kann die Hanf-Pflanze kultiviert und geschnitten werden.

Die Hanfpflanze gehört zur Familie der Cannbaceae (Hanfgewächse, Hanfartige), der als zweite Pflanze der Hopfen angehört. Alle Cannabis-Pflanzen können ohne Einschränkung miteinander gekreuzt werden und produzieren gesunde Nachkommen.

Das Hanfblatt besteht aus mehreren Fingern. Die Anzahl bewegt sich zwischen 5 und 13 Fingern und die Ausrichtung ist fast immer ungerade.
Üblicherweise ist die Hanfpflanze zweihäusig, das heißt es gibt eine männliche und weibliche Pflanze. Bei Befruchtung wird die weibliche Blüte von der männlichen Pflanze bestäubt. Dadurch bildet sich ein Samen, der in einem Zeitraum von ca. 6 Wochen heranreift. Es gibt aber auch einhäusige Hanfpflanzen, wo sowohl männliche als auch weibliche Pflanzen von einer einzigen Pflanze gebildet werden. Sie ist der zweihäusigen Pflanze recht ähnlich, doch als Drogen-Hanf und auch zur Fasergewinnung sind diese Pflanzen nicht geeignet.

 

HANFSAMEN


Der Hanfsamen ist wohlschmeckend und auch gesund. Aus den Samen können unter anderem Brötchen, Kuchen, Öl hergestellt werden. Hanfsamen sind aber auch Bestandteil von Vogelfutter. 

Fasern:
Hanffasern gewinnt man indem der Stängel der Pflanze durch brechen und walzen vom Rest der Pflanze getrennt wird. 
Hanffaser werden verwendet für:

  • Dämmstoffe, wegen ihrer Langlebigkeit und Schädlingsresistenz;
  • die Herstellung von Textilien und Papier; 
  • Dichtmaterial von Rohrgewinden sowie 
  • zum Abdichten von Wasser- und Heizungsrohre für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik.


Schäben:
Schäben sind der “Rest” der verholzten Pflanze, der nicht mehr zur Fasergewinnung verwendet werden kann. Sie werden häufig als Tierstreu verwendet. Besonders Pferde lieben die äußerst absorptionsfähige Einstreu aus Hanf.

Blätter:
Die Blätter und die Blüten werden heute als “ätherische Öle” weiterverarbeitet. Sie finden sowohl in der Lebensmittelindustrie als auch in der Chemieindustrie große Abnehmer. (z.B. als Geschmacksstoff in Lebensmitteln oder Geruchstoff in Waschmitteln).

 

 

CANNABIS SATIVA - NUTZHANF

 Der Nutzhanf wird bis zu 5 Meter hoch. Er ist weniger verzweigt als der Indische Hanf und besitzt von den drei Arten die größten Blätter. Die einzelnen Finger der Blätter sind sehr lang und schmal. 


Verbreitung:

Der Cannabis sativa stammt entweder aus Mitteleuropa oder Zentralasien. Heute findet er sich auf der ganzen Welt. Als Wildpflanze ist er aber nicht bekannt. 
1989 verfügte die europäische Kommission in einer Verordnung, dass die Mitgliedsstaaten 25 Sorten zum Anbau von Nutzhanf legalisieren müssen. Die genannten Sorten sind so genannter “Faserhanf” mit einem THC-Gehalt von unter 0,3 Prozent.

 

CANNABIS INDICA – INDISCHER HANF

Der indische Hanf wird ca. 1 Meter groß und ist sehr stark verzweigt, wodurch sein Aussehen sehr dem eines Tannenbaues ähnelt. Seine Blätter sind oval und besonders breit. Er bildet die größte Menge an Blüten, die den größten Anteil an psychoaktiven Stoffen enthalten.

Verbreitung: 
Nordindien, Afghanistan, Pakistan und dem Himalajagebiet.


CANNABIS RUDERALIS – RUDERALHANF

Der Ruderalhanf ist der kleinste aller 3 Arten. Seine Größe bewegt sich zwischen 30 und 60cm. Er hat kaum Verzweigungen und trägt nur kleine Blätter. Seine Blütenstände sind die kleinsten in der Hanffamilie. Sein THC (Tetrahydrocannabinol) –Gehalt ist vergleichsweise zu den anderen Arten relativ gering.

Verbreitung: 
Kaukasus bis China auf so genannte Ruderalstätten (steinige Standorte: Geröllfelder oder Schuttflächen). Den Ursprung hat diese Art in Russland. Er wurde vermutlich von den Skythen in die Mongolei eingeführt und hat sich dort verwildert.

Anbau von CBD reichen Hanfsorten 

Das Gesetzlichkeitsprinzip, welches in § 1 StGB normiert ist, ist eines der elementarsten Grundsätze des österreichischen Strafrechts. Es garantiert, dass ein Verhalten, welches keinem gesetzlichen Tatbestand zugeordnet werden kann, auch nicht verurteilt werden darf. Diesen essenziellen Grundsatz im Hinterkopf behaltend, analysiert der nachfolgende Artikel die strafrechtliche Relevanz bezüglich des Umgangs mit dem Wirkstoff Cannabidiol (in der Folge CBD genannt). Im Zusammenhang mit strafbaren Handlungen in Verbindung mit Suchtgiften ist das SMG (Suchtmittelgesetz), subsidiär dazu das NPSG (Neue-Psychoaktive-Substanzen-Gesetz) einschlägig, welche bestimmten Verhaltensweisen, wie Erwerb, Besitz, Erzeugung, Beförderung, Einfuhr, Ausfuhr, Anbieten, Überlassen oder Verschaffen einer tatbestandstauglichen Substanz unter Strafe stellen.

Dazu stellt sich die Vorfrage, ob CBD überhaupt „Suchtgift“ im Sinne des Gesetzes ist und sohin von den genannten Beschränkungen erfasst wird oder nicht. § 2 SMG verweist hierzu auf die Suchtgiftkonvention der Vereinten Nationen, sowie auf die Suchtgiftverordnung (SV). § 3 SMG enthält einen entsprechenden Hinweis für die Definition von „Psychotropen Stoffen“ und nennt die Psychotropenverordnung (PV). Festgehalten werden kann an dieser Stelle bereits, dass der Wirkstoff CBD in keiner dieser Verordnungen genannt ist, weshalb weder eine Strafbarkeit nach den §§ 27-28a SMG, noch gemäß §§ 30-30b SMG begründet werden kann. Denkbar wäre eine strafrechtliche Verfolgung letztlich aufgrund des NPSG – schließlich weist CBD durchaus eine psychoaktive Wirkung auf – doch scheitert eine Strafbarkeit erneut an der entsprechenden Verordnung, da auch diese (NPSV) den Wirkstoff CBD nicht beinhaltet. Hanfpflanzen enthalten neben CBD bekanntlich auch andere Wirkstoffe, wie zum Beispiel Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC), welche sehr wohl „Suchtgift“ im Sinne der Suchtgiftverordnung sind.

Der Anbau von Cannabispflanzen zum Zwecke der Suchtgiftgewinnung ist dem Gesetzeswortlaut zufolge (gemäß § 27 Abs 1 Z 2 SMG) in Österreich jedenfalls verboten. Umgekehrt könnte man nun sagen, dass der Anbau zum Zwecke der Gewinnung von CBD erlaubt ist, da es sich hierbei gerade um kein Suchtgift handelt und sohin nicht von § 27 Abs 1 Z 2 SMG erfasst ist. Klarstellend ist hinzuzufügen, dass der Anbau von Hanfpflanzen per se zwar nicht verboten ist, allerdings gewisse Beschränkungen erfährt, da Cannabis (Marihuana) selbst in der Suchtgiftverordnung genannt ist, und zwar versteht diese darunter die Blüten- oder Fruchtstände der zur Gattung Cannabis gehörenden Pflanzen, denen das Harz nicht entzogen ist, wobei es diesbezüglich wiederum eine Ausnahme von der Strafbarkeit gibt.

Diese fordert gemäß Anhang I zur SV nachfolgende Voraussetzungen:

I.1. Stoffe und Zubereitungen gemäß § 2 Abs. 1 Suchtmittelgesetz:

I.1.a. Folgende Drogen und daraus hergestellte Extrakte, Tinkturen und andere Zubereitungen:

Cannabis (Marihuana)
Blüten- oder Fruchtstände der zur Gattung Cannabis gehörenden Pflanzen, denen das Harz nicht entzogen worden ist.

AUSGENOMMEN SIND

jene der Verwendung für gewerbliche Zwecke dienenden Blüten- und Fruchtstände jener Hanfsorten, die
im gemeinsamen Sortenkatalog für landwirtschaftliche Pflanzenarten gemäß Artikel 17 der Richtlinie 2002/53/EG des Rates vom 13. Juni 2002, ABl. Nr. L 193/2002 S. 1, oder in der österreichischen Sortenliste gemäß § 65 Saatgutgesetz 1997, BGBl. I Nr. 72/1997, in der geltenden Fassung, angeführt sind und deren Gehalt an Tetrahydrocannabinol 0,3 % nicht übersteigt, sofern ein Missbrauch als Suchtgift ausgeschlossen ist, sowie die nicht mit Blüten- oder Fruchtständen vermengten Samen und Blätter der zur Gattung Cannabis gehörenden (Anm.: richtig: gehörenden) Pflanzen.

In der Saatgutliste 2017 ist, anders als es noch 2016 der Fall war, im Gegensatz zum gemeinsamen Sortenkatalog für landwirtschaftliche Pflanzenarten keine Cannabispflanze genannt. Der gemeinsame Sortenkatalog enthält aktuell 58 verschiedene Cannabispflanzen.

Der Anbau von Cannabis zur Suchtgiftgewinnung ist letztlich der AGES Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH gemäß § 6a SMG – siehe dazu VfGH vom 24.11.2016, G 61/2016 – vorbehalten. Momentan ist in der Praxis zu beobachten, dass die Behörden sehr rigide gegen die Verbreitung bzw. den Verkauf von CBD-Pflanzen vorgehen. Der Vertrieb von einem zumindest sehr Cannabisähnlichen Produkt über das Internet wird vom österreichischen Staat nicht gerade befürwortet. Um ganz sicher zu gehen, nicht die Grenze vom legalen Anbau zur Strafbarkeit nach dem SMG zu überschreiten, ist daher umfangreiche juristische Dokumentation notwendig. Weiters sollten zumindest Laborergebnisse vorliegen, welche darlegen, dass die Pflanzen nicht mehr als 0,3 % THC enthalten, und ist die Einholung eines qualifizierten Rechtsgutachtens – zumindest einer fundierten Rechtsberatung bei einem Experten im Vorfeld sinnvoll und jedenfalls anzuraten.

 

1 Kommentar

  • Hallo zusammen,
    danke für die vielen Infos und die hilfreichen Tipps auf diesem Blog!
    Schaut doch mal hier vorbei: http://cbdforumdeutschland.de/index.php
    Hier können wir gemeinsam über sämtliche Themen rund um CBD diskutieren! :)

    Matthias Brinkmann am

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