CBD und Schlafprobleme

Am von Paul Purgina

CBD und Schlafprobleme

Vielleicht erinnert sich der eine oder die andere: Kürzlich hatten wir ein Gewinnspiel lanciert, bei welchem wir unsere KundInnen nach CBD-Erfahrungsberichten fragten. Haben uns die oftmalige Nennung als Schmerzmittel, zur Beruhigung oder zur Behandlung von Entzündungen nicht weiter erstaunt, hat sich ein weiteres sehr beliebtes Nutzungsgebiet herauskristallisiert: Der Rückgriff auf CBD bei Schlafproblemen.

Grund genug sich der exakten Wirkung von CBD bei Schlafproblemen etwas eindringlicher zu widmen.

Schlafprobleme? 

Schlafprobleme sind keineswegs eine Ausnahme: Rund 15 Prozent der Gesamtbevölkerung klagen über länger als 3 Monate anhaltende Schlafbeschwerden, jeder Zweite leidet von Zeit zu Zeit an einer Schlafstörung.

Grundsätzlich können Schlafprobleme aufgrund vieler Faktoren entstehen  – möchte man diese also erfolgreich bekämpfen, ist es zu aller erst Notwendig den Auslöser für die Schlafprobleme zu bestimmen. Allgemein kommen hierbei zwei mögliche Auslösefaktoren in Frage: Körperliche oder psychische Faktoren. Interessant ist, dass Frauen stärker unter psychischen Ursachen für Schlaflosigkeit leiden, Männer stärker unter körperlichen Aspekten. In Summe können aber beide Geschlechter von allen Formen der Schlaflosigkeit betroffen sein, weswegen eine individuelle Analyse der Schlafprobleme aussagekräftiger ist als der Blick auf Geschlechterunterschiede.

 

Körperliche Ursachen für Schlafprobleme

CBD und Schlafapnoe

Wenden wir uns daher zuerst den körperlichen Ursachen für Schlafstörungen zu – hier ist insbesondere die Schlafapnoe zu nennen: Betroffene leiden unter einem Verschluss der Atemwege im Schlaf, was zu einem grundsätzlich schlechteren Schlaf und mehrmaligem Aufwachen in der Nacht führen kann.

Auch wenn CBD grundsätzlich die Gesamtschlafzeit erhöhen kann: Gegen Schlafapnoe gibt es andere effektivere – chirurgische – Therapiemethoden. Auch ein Zusammenhang von Schlafapnoe mit Übergewicht wird medizinisch diskutiert, weswegen manchmal schon eine Diät ausreichend sein könnte.

CBD und das Restless-Leg-Syndrom

Eine weitere körperliche Schlafstörung ist das so genannte „Restless-Leg-Syndrom“. Hier zucken die Gliedmaßen – vor allem die Beine und vor allem Nachts – von Betroffenen willkürlich und unkontrollierbar. Die Ursachen hierfür sind noch nicht vollständig geklärt, eine der Hauptursachen scheint aber vermutlich ein gestörter Transmitterstoffwechsel im Zusammenhang mit Dopamin zu sein. Ganz allgemein weist das Restless-Leg-Syndrom in der Symptomatik und den Ursachen einige Parallelen zu Parkinson auf, auch wenn kein unmittelbarer Zusammenhang gefunden werden konnte (Restless-Leg-Syndrom Patienten erkranken nicht häufiger an Parkinson als der Rest der Bevölkerung). Aus diesem Grund kann eine Therapie mit CBD aber eine interessante Option darstellen: Bei Parkinson wurde eine Verbesserung der Lebensqualität durch die Verabreichung von CBD festgestellt, es ist aufgrund der Ähnlichkeit von Parkinson und Restless-Leg-Syndrom durchaus möglich, dass diese Verbesserung der Lebensqualität auch beim Restless-Leg-Syndrom erreicht werden kann.

CBD und Zähneknirschen

Ein weiteres bekanntes körperliches Schafproblem ist das so genannte Zähneknirschen. Dieses äußert sich im Aneinanderschlagen von Zähnen im Schlaf. Neben langfristigen Folgen – einer Schädigung der Zähne – kann dieses auch kurzfristig die Schlafqualität negativ beeinflussen: Betroffene haben Schwierigkeiten durchzuschlafen und die Erholsamkeit des Schlafes wird stark gemindert: Wer direkt nach dem Schlaf Schmerzen verspürt, wird sich nicht frisch und erholt fühlen. Die Ursachen für das Zähneknirschen sind meist psychischer Natur – Streß oder die Verarbeitung seelischer Probleme im Schlaf.

Auch wenn CBD die Schädigung der Zähne selbst nicht verhindern kann, kann es insbesondere für Personen, deren Zähneknirschen psychische Ursachen hat, eine interessante Therapieidee darstellen, da die beruhigende und streßreduzierende Wirkung auch positiven Einfluss auf Zähneknirschen nehmen kann. Wer also einen deutlichen Zusammenhang zwischen vermehrtem Streßempfinden und auftretendem Zähneknirschen bei sich selbst feststellt könnte mit CBD eine Steigerung der Schlafqualität erreichen.

CBD und Schmerzen

Fürderhin können Schlafprobleme auch durch Schmerzen jeglicher Art verursacht werden: Wenn der Schmerzreiz so groß ist, dass auch im Bett der Schmerz gedanklich stets präsent ist, dann ist es naheliegend, dass auch der Schlaf kein guter werden wird. Ob CBD hier eine hilfreiche Therapiemethode darstellt, hängt ganz grundsätzlich von der Art der Schmerzen ab: CBD ist bekannt für seine entzündungshemmende und neuroprotektive Wirkung. Dementsprechend wäre für Patienten mit chronischem Entzündungsschmerz (beispielsweise Arthritis oder Fibromyalgie) oder mit (schmerzhaftem) Nervenleiden (beispielsweise bei Parkinson) die Behandlung von Schlafproblemen mit CBD eine interessante Option. Ganz grundsätzlich bietet sich bei entsprechenden Erkrankungen aber ohnehin immer die Nutzung von CBD an, da dadurch das Krankheitsbild allgemein zum positiven beeinflusst werden kann.

CBD und Prostatabeschwerden

Eine weitere häufige Schlafstörung bei älteren Männern stellen Prostataprobleme dar. Grundsätzlich gibt es zwar immer wieder Erfahrungsberichte, die einen positiven Zusammenhang zwischen CBD und dem Empfinden der Prostata darzulegen scheinen, jedoch fehlen seriöse und ernstzunehmende Studien, um hier wirklich einen Zusammenhang herzustellen, der sich auch medizinisch begründen ließe. Hier scheint für die Zukunft CBG (Cannabigerol) das vielversprechendere Cannabinoid zu sein.

 Daneben wäre auch noch das Schnarchen als eine Form einer Schlafstörung zu nennen – dieses verursacht aber meist für außenstehende Personen größere Schlafprobleme als für den Schnarchenden selber. Hier sind Ohrstöpsel für gewöhnlich die erste medizinische Wahl. 

 

Psychische Ursachen für Schlafprobleme

Wie wir schon im oberen Absatz gesehen haben, lässt sich die Unterscheidung zwischen körperlichen und psychischen Ursachen und Problemen in vielen Fällen nicht trennscharf durchführen: Oft können körperliche Probleme psychische Ursachen haben und umgekehrt psychische Probleme sich auch in körperlichen Symptomen manifestieren. Letztlich handelt es sich bei Schlaflosigkeit durch psychische Ursachen genau darum: Die Schlaflosigkeit ist eine körperliche Auswirkung eines psychischen Problems.

Dementsprechend ist ein Wissen und eine Bestimmung der genauen psychischen Ursachen dieser Schlafprobleme essentiell für eine treffsichere Behandlung.

CBD und Insomnie

Die häufigste Form von psychischen Schlafstörungen ist die Insomnie: Hierbei handelt es sich um den Überbegriff für Einschlaf- und Durchschlafstörungen jeglicher Art. Auch wenn potenziell auch körperliche Beschwerden die Ursache für Insomnie darstellen können, sind psychische Gründe für gewöhnlich hauptausschlaggebend: Betroffene haben Schwierigkeiten dabei, sich Abends zu entspannen und nehmen den Stress von tagsüber oft mit ins Bett. Die Folge ist ein Teufelskreis – da der Schlaf wenig erholsam ist, ist auch der Stresspegel tagsüber erhöht, was nicht nur eine erhebliche psychische Mehrbelastung darstellt, sondern auch den Schlaf wieder zusätzlich erschwert. Grundsätzlich sollten Betroffene daher als erstes versuchen, ihren Stresslevel zu reduzieren und bewusst entspannende Alltagssituationen einstreuen. Leider ist dies nicht immer möglich, weswegen viele Betroffene auch über eine Reduktion der Symptome erfreut sind.

Hier lässt sich hinsichtlich CBD sagen, dass im Tierversuch eine Erhöhung der Gesamtschlafzeit und eine Verstärkung der Tiefschlafphase festgestellt wurde. Dies sind beides Wirkmechanismen, die einen positiven Einfluss auf das Durchschlafen nehmen können, was sich auch mit Erfahrungsberichten unserer Gewinnspiel-Teilnehmer deckt. Auch hier wird oftmals der positive Einfluss von CBD auf das Durchschlafen genannt.

Darüber hinaus kann CBD aber auch mit einer entspannenden Wirkung aufwarten, was auch das Einschlafen erleichtert: Insbesondere wenn der Kopf im Bett nicht zur Ruhe kommt und der vergangene Tag wieder und wieder Revue passiert wird, kann die beruhigende Wirkung von CBD den Geist entspannen.

Daneben ist Schläfrigkeit als potenzielle Nebenwirkung bei hoher Dosierung von CBD bekannt. Was für die eine also ein ungewollter Effekt sein mag, kann für den anderen einen gewünschten Wirkmechanismus darstellen.

CBD und Parasomnie

Eine weitere Kategorie der Schlafkrankheiten stellt die so genannte Parasomnie dar. Hierunter versteht man unerwünschte, aus dem Schlaf heraus auftretende, Verhaltensweisen. Das wohl bekannteste Beispiel diesbezüglich stellt das Schlafwandeln dar, Parasomnie ist jedoch ein viel weiter gefasstes Phänomen: Als erstes wäre das Phänomen der parasomnischen Aufwachstörungen zu nennen – hierunter fällt auch besagtes Schlafwandeln – was in aller Kürze bedeutet, dass manche Gehirnareale noch im Schlaf befindlich sind, während andere Areale bereits wach sind.

Eine weitere Gruppe parasomnischer Schlafprobleme stellen die Störungen des Schlaf-Wach-Übergangs dar. Diese Schlafstörungen können sich durch Sprechen im Schlaf, Einschlafzuckungen oder nächtliche Krämpfe äußern.

Die dritte große Kategorie der Parasomnie umfasst REM-Schlafstörungen. Hierunter fallen beispielsweise Albträume oder die Schlafparalyse.

Hinsichtlich der Anwendung von CBD bei Parasomnie gibt es keine wissenschaftlichen Untersuchungen. Da, wie oben dargestellt, CBD jedoch die Tiefschlafphase verstärkt und ein Durchschlafen erleichtert, könnte zumindest bei REM-assozierten Schlafstörungen auch ein Wirkungspotenzial von CBD vorhanden sein.

 

Schlafprobleme kompakt: Wo kann CBD hilfreich sein?

Die obige Aufzählung enthält natürlich keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, noch ist sie als medizinische Beratung misszuverstehen. Dennoch möchten wir an dieser Stelle noch einmal die wichtigsten Schlafstörungen rekapitulieren und darlegen, wo und wie CBD hilfreich sein könnte:

 

Schlafstörung

Ursache

CBD hilfreich: Ja/Nein

Schlafapnoe

Verschluss der Atemwege

Nein

Restless-Leg-Syndrom

Zucken der Beine, neurologische Ursachen

Mit Parkinson vergleichbar, daher durchaus möglich. Aber: Keine Studien vorhanden.

Zähneknirschen

Meist psychischer Natur (Streß, ...)

Wirkt entspannend und beruhigend, könnte hilfreich sein. Aber: Keine Studien vorhanden.

Schmerzen

Starke Schmerzen verhindern Einschlafen und Durchschlafen

Wirkt entzündungshemmend und neuroprotektiv und kann daher entsprechende Schmerzen reduzieren.

Insomnie (Ein- und Durchschlafstörungen)

Oft durch Stressgefühle und hohe alltägliche Belastung ausgelöst

Wirkt entspannend und beruhigend, was Einschlafen erleichtern kann.
Daneben erhöht es die Gesamtschlafzeit, was Durchschlafen erleichtern kann.

Parasomnie

Unerwünschte Verhaltensweisen im Schlaf

CBD verstärkt Tiefschlafphase. Einfluss auf Parasomnie aber nicht bekannt, da keine Studien vorhanden.

 

 

Zusammengefasst lässt sich also sagen, dass CBD insbesondere bei solchen Schlafproblem, die in Zusammenhang mit psychischem Wohlbefinden oder (körperlichen) Schmerzen stehen, eine sehr wirkmächtige Alternative zu herkömmlichen Substanzen oder der Schlaflosigkeit darstellen kann.

Die beruhigende, stressreduzierende, entzündungshemmende und neuroprotektive Wirkung von CBD ist im Rahmen diverser Studien nachgewiesen worden und diese Wirkungsweisen können sich auch Personen mit Schlafproblemen zu Nutze machen.

Auch die Erhöhung der Gesamtschlafzeit kann in diesem Kontext erwünscht sein: Oft ist nicht nur das Einschlafen, sondern auch das Durchschlafen ein großes Problem. Dieses kann durch CBD erleichtert werden.

Darüber hinaus gehend könnte CBD für Personen, die unter dem Restless-Leg-Syndrom oder Zähneknirschen leiden interessant sein – jedoch gibt es hierfür noch keinerlei Studien bzw. medizinische Betrachtungen, der Zusammenhang zwischen dem Restless-Leg-Syndrom und Parkinson auf der einen Seite und Zähneknirschen mit psychischen Problemen auf der anderen Seite, lässt aber die Hoffnung zu, dass CBD hier sehr wohl positive Wirkung auf das Schlafverhalten entfalten kann.

Bei dem möglichen positiven Zusammenhang zwischen CBD und REM-assozierter Parasomnie handelt es sich um Spekulation unsererseits, auch hier fehlt jegliches wissenschaftliches Datenmaterial.

Betrachtet man nun das gesamte Spektrum an Schlafproblemen, dann lässt sich feststellen, dass CBD selbstverständlich kein Wundermittel ist, dass die Schlaflosigkeit dieser Welt beseitigen kann.

Insbesondere bei gesellschaftlich-induzierter Schaflosigkeit, also solcher deren Ursache psychische (Über-)Belastung darstellt, kann der beruhigende Effekt von CBD genutzt werden, wie es auch bei einigen spezifischen körperlich-induzierten Schlafproblemen Wirkung entfalten kann.

Da die größte bekannte Nebenwirkung von CBD „Schläfrigkeit“ ist, bietet es sich für von Schlaflosigkeit geplagte an, CBD einmal anzuprobieren und zu sehen, ob der eigene Körper darauf anspricht. Unsere erhaltenen Erfahrungsberichte lassen hier durchaus Hoffnung für Betroffene aufkommen – wenn es auch nicht bei jeder Form von Schlaflosigkeit helfen kann, schafft es für einige Betroffene doch Abhilfe.

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