Die äußerliche Anwendung von CBD: Kosmetik

Am von Paul Purgina

Die äußerliche Anwendung von CBD: Kosmetik

Wie wir im letzten Blogeintrag lesen konnten, gibt es hinsichtlich der rechtlichen Situation von CBD noch einiges an Klärungsbedarf – der momentane Status Quo macht es für KonsumentInnen schwierig, schnell und zentral an Informationen und Dosierungshinweise für ihre Produkte zu gelangen.

Aus diesem Grund möchten wir uns heute einem noch nicht so bekannten Anwendungsgebiet von CBD zuwenden, bei dem die Informationslage noch etwas dünn gesät scheint – nämlich der äußerlichen Anwendung von CBD.

Wie jetzt – CBD zur äußerlichen Anwendung?

Richtig, Äußerliche Anwendung: CBD ist nicht nur für unser Körperinneres wirksam, es kann in Form von Kosmetikprodukten auch auf die Haut aufgetragen werden und dabei seine Wirkung entfalten.
Dies ist deswegen möglich, da wir auch an der Haut Cannabinoid-Rezeptoren haben – doch warum eigentlich? Im Grunde ist die Antwort banal. Bei unserer Haut handelt es sich um ein Körperorgan und letztlich haben wir an all unseren Organen Cannabinoid-Rezeptoren, insbesondere die auf das Immunsystem einwirkenden CB2-Rezeptoren – welche von CBD sehr stark aktiviert werden – sind interessant.

Wichtig ist es daher an dieser Stelle auf einen bekannten Irrtum hinzuweisen: CBD-Kosmetik ist keine Schmerzsalbe. Auch wenn CBD schmerzreduzierende Eigenschaften besitzt, kann Kosmetik NUR auf die Haut wirken und die darunter liegenden Bereiche nicht mit CBD versorgen. Um die schmerzreduzierende Wirkung nutzen zu können ist die innere Anwendung erforderlich.

Das medizinische Potential bei der äußerlichen Anwendung von CBD liegt daher auch in einem anderen Bereich – es ist hilfreich bei Hauterkrankungen!

Wann ergibt die äußerliche Anwendung von CBD Sinn?

Natürlich ist CBD kein Allheilmittel und kann nicht bei sämtlichen Hauterkrankungen angewandt werden. Der Wirkungsmechanismus von CBD besteht vor allem darin die Vermehrung menschlicher Hautzellen zu beeinflussen und – damit durchaus einhergehend – entzündungshemmende Eigenschaften zu besitzen. Interessant ist die Anwendung von CBD daher bei folgenden Krankheitsmustern:

-) Akne: Auf ihren Krankheitsmechanismus reduziert handelt es sich bei Akne um nichts anderes als eine Entzündung: Talg kann nicht ausreichend an die Hautoberfläche abgegeben werden, wird aber weiter produziert – das Resultat: Eine Entzündung im Hautinneren und die allseits so bekannten roten Akne-Punkte. Neben seinen entzündungshemmenden Eigenschaften reduziert CBD auch die Talgproduktion und ist dadurch bei Akne interessant. Für die Anwendung im Gesicht ist insbesondere eine Crème interessant, grundsätzlich kann aber jede Lotion auch im Gesicht angewandt werden.
-) Neurodermitis: Auch bei Neurodermitis handelt es sich um eine Entzündungskrankheit. Durch den stark variierenden Grad an Krankheitsbildern, gibt es auch unterschiedliche Therapieformen. Eine davon kann CBD darstellen: Besonders als zusätzlicher Wirkstoff in einer feuchtigkeitsspendenden Crème oder Lotion kann CBD das Entstehen von Entzündungen verhindern und somit zu einem grundsätzlich besseren Hautbild beitragen. Für die Anwendung bei Neurodermitis empfiehlt sich insbesondere eine Bodylotion. Aber auch ein Duschgel und ein Shampoo sind für die tägliche Körperpflege gut nutzbar.
-) Schuppenflechte: Auch bei der Schuppenflechte – wir erkennen langsam ein Muster! - handelt es sich um eine Entzündungskrankheit: Hautzellen werden schneller ersetzt als normal üblich, das Resultat ist gerötete, juckende und schuppige Haut. CBD kann hier zweierlei wirken: Einerseits ist in die Entstehung von Schuppenflechte das Immunsystem involviert, auf welches Cannabinoide (insbesondere CBD) stark einwirken. Hier lässt sich festhalten, dass Cannabinoide die Ausbreitung lebender Hautzellen hemmen – konkret wurde dies mit CBD und CBG getestet – und dadurch die Verbreitung von Schuppenflechte verlangsamen könnten. Andererseits ist aber natürlich auch die entzündungshemmende Wirkung zu nennen. Auch wenn dies nur Symptomlinderung ist, handelt es sich um Symptomlinderung die PatientInnen oftmals sehr gelegen kommt. Das Produkt der Wahl kann je nach lokalem Auftreten der Schuppenflechte variieren: Bei Schuppenflechte auf der Kopfhaut bietet sich das Shampoo an, bei einem Auftreten auf dem Körper Salbe.

Verallgemeinernd lässt sich sagen, dass CBD-Kosmetik am besten bei entzündlichen Hautkrankheiten hilft – hierzu gab es bereits wissenschaftliche Untersuchungen, wir hoffen aber, dass noch viele weitere Studien folgen werden und die Wirksamkeit von CBD noch weitreichender belegt werden kann.

Grundsätzlich lässt sich der entzündungshemmende Effekt von CBD auch bei Hautirritationen sonst gesunder Haut nutzen: Bei trockener, spröder und rissiger Haut wirkt CBD unterstützend. Ein auf eine solche Zielgruppe abgestimmtes Produkt wäre der CBD-Lippenbalsam welcher spröden und rissigen Lippen entgegenwirkt.

Weitere Anwendungsfelder von CBD Kosmetik

Eine weitere interessante Perspektive ist die Anwendung von CBD bei Lupus. Hierbei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, deren Symptome auch die Haut betreffen können, insbesondere Hautausschläge sind hier zu nennen. Da es sich bei den Symptomen sehr oft um Entzündungsreaktionen handelt, kann man diesen mit CBD entgegenwirken. Dies ist im Falle von Lupus nicht ausschließlich auf die Haut beschränkt (zB kann auch ein Öl bei Schmerzsymptomen lindernd wirken), diese ist im konkreten aber Gegenstand unserer Betrachtung. Aufgrund der grundsätzlich höheren Empfindlichkeit der Haut gegenüber Pflegeprodukten empfiehlt es sich hier – mehr noch als bei anderen Krankheitsbildern – sehr genau auf die Inhaltsstoffe des Kosmetikproduktes zu achten. Insbesondere die Body Butter und Pflegesalbe bieten sich hier aufgrund ihrer Reduktion auf die allerwichtigsten Inhaltsstoffe besonders an.

Was bei der Produktwahl zu beachten ist

Grundsätzlich sind bei der Wahl eines CBD-Kosmetikproduktes 3 Aspekte zu berücksichtigen:

1.) CBD-Gehalt: Je höher der CBD-Gehalt, desto höher auch die medizinische Wirksamkeit. Im Umkehrschluss lässt sich aber auch sagen, dass schwächere Symptome auch nur einer niedrigen Dosierung bedürfen. Grundsätzlich sollte für die meisten Krankheitsbilder ein CBD-Gesamtgehalt von 100-200mg CBD/Pflegeprodukt vollkommen ausreichend sein, es gibt aber auch Produkte mit höherem CBD-Gehalt (bis zu 1500mg).
2.) Applikationsort: Je nachdem, wo die zu behandelnde Hauterkrankung auftritt sind unterschiedliche Pflegeprodukte sinnvoll – Crèmes für das Gesicht, Bodylotion oder Body Butter (je nach benötigtem CBD-Gehalt) für den Körper, Salbe bei punktueller lokaler Applikation und Duschprodukte für die Kopfhaut oder als milde Unterstützung bei der täglichen Pflege.
3.) Inhaltsstoffe: Im Gegensatz zu den restlichen CBD-Produkten endet die Qualitätsfrage bei Kosmetik nicht mit dem CBD-Gehalt. Fast genauso wichtig wie das CBD ist die Qualität der restlichen enthaltenen Inhaltsstoffe. Grundsätzlich sollte immer darauf geachtet werden, paraben-freie Kosmetikprodukte zu erwerben, darüber hinausgehend empfehlen wir aber immer einen genauen Blick auf Inhaltsstoffe zu werfen, um keine unerwarteten Überraschungen oder Hautunverträglichkeiten zu erleben. Da CBD-Kosmetik vor allem aus dem medizinischen Bereich kommend ist, wird aber für gewöhnlich schon bei der Produktion bereits darauf geachtet möglichst hautverträgliche Inhaltsstoffe zu verwenden.

Wir sehen: CBD besitzt auch bei der äußerlichen Anwendung vielfältiges Potenzial, unsere Endocannabinoid-Rezeptoren sitzen einfach überall.
Um dieses Potenzial noch weiter ausreizen zu können, plädieren wir für weitere Studien hinsichtlich der äußerlichen Anwendung von CBD – insbesondere der (positive) Einfluss von CBD auf unser Immunsystem und daher dem Krankheitsverlauf von Immunerkrankungen sollte aus dieser Perspektive noch weitere Beachtung geschenkt werden, da sich hier – zusätzlich zur entzündungshemmenden Therapie – zahlreiche neue Anwendungsmöglichkeiten ergeben könnten.

 

 

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